Ersatzrad: Reifen, Schlauch und Felge

Das Schubkarrenrad ist die wichtigste Komponente an einer Schubkarre. Es sorgt dafür, dass Material von A nach B gefahren werden kann. Damit dies leicht, sicher und bequem geschehen kann, kommt es auf ein paar grundlegende Eigenschaften der einzelnen Bauteile an. Reifen, Schlauch, Felge, Achse und Lager müssen dem zulässigen Gesamtgewicht ( Traglast ) nicht nur standhalten, sondern den hohen Strapazen beim befahren von unebenem Grund und Hindernissen standhalten.

Komplettrad mit Felge und Achse

Bei alten Schubkarren wechselt man am einfachsten das komplette Rad mit sämtlichen Bauteilen, weil es einfacher und schneller geht. Zum Beispiel muss man die Achse und Lager nicht aus der rostigen Felge pressen / schlagen. Gute Schubkarrenhersteller bieten hierfür einen Reparatur-Kit ( Austauschsatz ) an, der auch zur Karre passt.

Auf dem Markt werden auch günstige Kompletträder zum Kauf angeboten. Hier sollte man darauf achten, dass Stahlfelgen, Schlauch mit Ventil und gute Lager samt Achse verkauft werden. Die Kosten betragen hierfür zwischen 25 und 50 Euro.

Wichtig: Der Achsdurchmesser, die Achslänge, Lager, Reifenbreite und Reifendurchmesser, müssen in das alte Schubkarrengestell passen. Beim Kauf bitte berücksichtigen.

Vollgummi: PU Rad

Die Bezeichnung „Vollgummi“ stimmt nicht, sondern es handelt sich hierbei um Reifen, die mit PU-Schaum aufgeschäumt sind. Diese sind pannensicher, haben aber einen erhöhten Rollwiderstand. Denn der Schaum drückt sich bei regulärer Belastung etwas zusammen, den Reifen presst es dadurch besser auf die Straße, die Auflagefläche vergrößert und der Grip erhöht sich. Man merkt dies daran, dass die Schubkarre schwerer zu schieben ist.

Allerdings gibt es auch beim PU-Rad große Unterschiede. Während Hersteller für Tiefmuldenkarren, einen regulären Reifen aufschäumen. Gibt es günstige Ersatzreifen, wo der PU-Schaum lediglich mit einer Schicht Gummi überzogen wird.

Info: Richtige Vollgummireifen gibt es auch als Schubkarrenrad. Allerdings sind diese nur für Industriehallen, sprich glatten Untergrund ausgelegt, weil dort der Reifen nicht federn muss. Hier ist der Felgendurchmesser deutlich größer und der Reifen selbst ist nur ein schmaler Gummiring.

Reparatur: Schubkarrenrad flicken

Schubkarrenrad

Ist ein Schlauch verbaut, dann kann dieser regulär geflickt werden. Hierbei spielt es keine Rolle, ob im Reifen ein Loch ist, solange der Schlauch dicht ist. Ist allerdings nur ein Reifen auf die Felge montiert, dann kann man kleine Löcher ( keine Risse ) mit einem Reifenpilz flicken – ähnlich wie bei einem Autoreifen. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um einen Qualitätsreifen handelt.

Schlauch für Schubkarrenreifen

Lässt sich der Schlauch nicht mehr flicken, kann er beim jeweiligen Hersteller nachbestellt / nachgekauft werden. Es gibt sie aber auch günstiger für circa 10 Euro zu kaufen. Die Schlauchgröße muss aber zum Reifen und der Felge passen.

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Reifendruck beim Schubkarren

Ein Luftruck zwischen 1 und 1,5 bar reicht aus. Bei voller Beladung soll der Reifen nicht nachgeben und seine Form behalten. Dies reduziert den Rollwiderstand und gewährleistet einen geringen Kraftaufwand beim schieben – unabhängig vom Untergrund. Der Höchstdruck liegt je nach Reifenhersteller bei 2 bis 3,5 bar. Vorsicht: Diese Angaben gelten als Belastungsgrenze und nicht als Mindestdruck.

Reifenprofil

Bei einer herkömmlichen Schubkarre wird kein Rad mechanisch angetrieben – es sei denn, es handelt sich um eine Motorschubkarre. Ein Profil in den Reifen auf den ersten Blick nicht notwendig. Aber, weil man auch bei schlechtem Wetter über rutschigen Untergrund, wie Schlamm oder Dreckverschmierte Bretter fährt, muss zur Sicherheit ein Reifenprofil vorhanden sein. Verliert man Grip und schmiert regelrecht ab, dann kann man einen vollbeladene Schubkarren nur schwer abfangen und stürzt selbst mit. Es ist aus Sicherheitsgründen darauf zu achten, dass auch ein Schubkarrenreifen eine ausreichende Profiltiefe hat. Ein Längsprofil reicht vollkommen aus und reduziert zudem den Rollwiderstand.

Felgen

Sollten im Idealfall immer aus Stahl bestehen. Alle gängigen Hersteller von hochwertigen Profi-Schubkarren – Capito, Müba, Mefro, Haemmerlin – verwenden Stahlfelgen.

Kunstofffelgen sind lediglich auf Billigprodukte verbaut, die keine hohe Traglast aushalten, schlecht verarbeitet sind und im Regelfall aus minderwertiger Qualität samt aus schlechtem Material gearbeitet sind. Dies zeigt sich daran, dass der Reifen ständig Luft verliert, kein Schlauch eingelegt ist und am Rad die Flanken aufreissen. Einzigste Ausnahme ist hier der Hersteller Fort, der hochwertige und robuste Kunststofffelgen für seine Bau- und Gartenschubkarren verwendet.

Reifengröße

Wie groß ist ein Schubkarrenrad? Welche Größe, bzw. welchen Reifendurchmesser? Der alte Reifen hat an der Flanke einen Aufdruck, aus dem der Durchmesser und die Breite zu entnehmen ist. Auf den Felgen ist die Felgengröße angegeben. Mit einem von beiden Daten, kann man bei jedem Hersteller, den passenden Reifen als Ersatzteil nachkaufen. Man sollte darauf achten, dass das Rad genau so groß ist, wie der vorherige. Im Regelfall beträgt der Reifendruchmesser 40cm.

Info: Die Aufschrift „Not for Highway use“ ist ein Warnhinweis, dass dieser Reifen nicht für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt ist. Sprich er darf nicht an ein motorbetriebenes Kraftfahrzeug jeglicher Bauart montiert werden. Es gibt jedoch Leute, die sich dieser Warnung widersetzen und einen Schubkarrenreifen an ein Motorrad montieren. Bei hohen Geschwindigkeiten platzt er jedoch. Andere wiederum verstehen den Warnhinweis falsch und sind der Meinung, man dürfe mit dem Schubkarren keinen Straßenbelag ( Teer ) befahren. Auch dies ist ein Irrtum.

Reifenqualität

Auch bei einem Schubkarrenrad gilt der selbe Qualitätsstandard wie bei einem Autoreifen. Das heißt, er besteht nicht nur aus Gummi, sondern in diesem ist ein Gewebe und ein Draht eingearbeitet. Hinzu kommt eine Reifenmischung, die mit der Reifenkarkasse vulkanisiert ( verbacken ) wird. Dies gewährleistet eine hohe Langlebigkeit und erfüllt gängige Sicherheitsstandards. Sämtliche Markenhersteller ( z.B. Mefro ) bestücken ihrer Schubkarren mit solchen Qualitätsreifen.

Umweltschutz: Billig Hersteller, also Schrottproduzenten, verwenden lediglich Gummireifen. Das bedeutet, dass die Reifenmischung minderwertig und keine Gewebestruktur samt Karkasse, zur Stabilisierung der Reifenflanken, eingearbeitet ist. Die Gummimischung selbst enthält kein Kautschuk, sondern besteht aus Plastik, welches mit Weichmacher elastisch gemacht wird. Daher auch der aufdringliche Gestank. Solche Plastikreifen verlieren erstens sehr schnell Luft und zweitens, bei niedrigem Luftruck, reißt sofort die Reifenflanke auf. Diese Bereifung findet man oft bei Billigprodukten, Faltschubkarren und Sackkarren aus dem Baumarkt.

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